Auf Initiative von Alexander Muthmann besuchten der forstpolitische Sprecher der FW-Fraktion Dr. Leopold Herz, die landwirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion Ulrike Müller, der energiepolitische Sprecher Thorsten Glauber und Beiratsmitglied Alexander Muthmann den Forstbetrieb Neureichenau.
Beim anschließenden Waldbegang im Neuburger Wald zeigten sich die Abgeordneten beeindruckt vom hohen Standard der naturnahen Waldbewirtschaftung.
Forstbetriebsleiter Michael Held und sein Stellvertreter Albert Pauli stellten den Forstbetrieb der Bayerischen Staatsforsten vor, der seit der Forstreform 2005 in neuer Rechtsform als Anstalt des öffentlichen Rechts tätig ist. Themen waren: die ökonomische/ökologische und soziale Nachhaltigkeit des Betriebes, die Personalsituation des Betriebes, der unternehmerische Erfolg und das Engagement des Forstbetriebes für die Umwelt und andere gemeinnützige Leistungen. Zunächst stellten die Vertreter der Bayerischen Staatsforsten anhand des Nachhaltigkeitskonzeptes die Zielsetzung des Betriebes dar. Bisher sei es gut gelungen, die Balance zwischen den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Erfordernissen zu halten. Von der gesamten bayerischen Waldfläche betreuen die Bayer. Staatsforsten etwa 1/3 der Waldfläche.
Der Forstbetrieb Neureichenau umfasst insgesamt über 18.000 Hektar mit Schwerpunkten im Bayerischen Wald und um Passau.
Der Betrieb zählt mit einem Holzvorrat von 355 Kubikmeter pro Hektar zu den vorratsstärksten in ganz Bayern. Entsprechend hoch ist mit 172.000 Festmeter der jährliche Holzeinschlag, der den jährlichen Zuwachs an Holz voll abschöpft und Basis für ein positives Betriebsergebnis darstellt, im Schnitt der letzten Jahre rd. 2,4 Mio. Euro.
Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang auch, dass bereits nahezu 50 % des Holzeinschlags nicht mehr auf planmäßiger Nutzung beruhen, sondern vielmehr durch Schneebruch, Sturmwurf oder Borkenkäferbefall verursacht werden. Infolge des Klimawandels rechnet der Forstbetrieb mit weiter steigenden Kalamitäten.
Michael Held wies auch auf die Bedeutung des Forstbetriebes als wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum hin, insgesamt beschäftige der Forstbetrieb derzeit 74 Mitarbeiter, wovon 48 Waldarbeiter sind. Mit diesen insgesamt 48 Waldarbeitern wird etwa ⅔ des Einschlages erledigt. Der Rest wird nach Ausschreibungen an Unternehmer vergeben, wobei üblicherweise in der Regel ortsansässige Betriebe zum Zug kommen.
Ulrike Müller und Dr. Leopold Herz war es ein besonderes Anliegen, dass auch künftig Veranstaltungen für gemeinnützig tätige Vereine auf dem Gebiet der Staatsforsten kostenlos durchgeführt werden dürfen. Held sicherte dies als gängige Praxis zu und verwies in diesem Zusammenhang auf das mit den Kommunen und Verkehrsämtern abgestimmte Erholungskonzept, auf dessen Basis bereits mehrere große Projekte wie das Arboretum im Neuburger Wald oder der im Bau befindliche interaktive Erlebnispfad bei Bad Griesbach realisiert wurden. Finanziert werden diese Projekte überwiegend über Fördermittel des Freistaates Bayern und Eigenmittel der Staatsforsten.
Bei der nach wie vor umstrittenen Windkraftnutzung legte Thorsten Glauber vor allem Wert auf die Feststellung, dass die Windkraftnutzung auch im Bereich der Staatsforsten nur in Abstimmung mit den Standortkommunen ermöglicht werden solle. Auch dies konnten die Vertreter der Bayerischen Staatsforsten zusagen.
Alexander Muthmann wollte wissen, wo der Nachwuchs für die Bayerischen Staatsforsten ausgebildet werde. Michael Held erläuterte, dass die Ausbildung für Niederbayern zentral in Bodenmais erfolge, obwohl der Forstbetrieb Neureichenau auch mehrere zur Ausbildung befähigte Meister beschäftige.
Muthmann sagte zu, dass er sich gegenüber dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Rudolf Freidhager und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Staatsminister Helmut Brunner dafür einsetzen werde, dass auch in Neureichenau künftig ausgebildet werden dürfe. Dies eröffne für jungen Menschen aus der Region die Chance, ein Ausbildungsverhältnis in der Heimat einzugehen.






