(Fotos: G. Koller)

Seit fast drei Jahren besteht in der Stadt Forchheim eine äußerst aktive Arbeitsgruppe von FOrsprung, die mit aktuellen Themen und Problemen der Bildungslandschaft in der Stadt Forchheim befasst. Unter der Leitung von Dr. Peter Meinel arbeiten hier rund 20 Verantwortlichen aus den Bildungseinrichtungen der Stadt Forchheim mit, häufig auch unter Teilnahme von Oberbürgermeister Franz Stumpf. In mittlerweile 18 Treffen haben die Teilnehmer vor Ort gegenseitig über ihre Einrichtungen informiert, nach Vernetzungsmöglichkeiten gesucht und eine Reihe konkreter Möglichkeiten der besseren Zusammenarbeit, aber auch von Problemlösungen gesucht. Eines der Ergebnisse der Arbeitsgruppe war die Erarbeitung eines gemeinsamen Bildungsleitbildes, das der Stadtrat im Herbst 2009 einstimmig verabschiedet hatte (Anlage).

In dieser Woche lud die Arbeitsgruppe nun die beiden Landtagsabgeordneten Thorsten Glauber (FW) und Eduard Nöth (CSU) zu einem Gespräch ein, um ihnen ihre bisherige Arbeit, aber auch zu einigen aktuellen Themen Probleme und Lösungsmöglichkeiten vorzustellen.

Schwerpunkte der Diskussion mit den Abgeordneten waren die Themen Inklusion, Ganztagsschule und die Übergänge von der Kindertagesstätte in die Grundschule und von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen.

Beim Thema Inklusion zeigte die Arbeitsgruppe konkrete Möglichkeiten auf, wie z.B. durch eine wohnortnahe Ansiedlung von Diagnose- und Förderklassen an Grundschulen einerseits lange Fahrten und damit auch Zeit und Kosten für die Schüler erspart werden könnten, gleichzeitig aber auch durch die Präsenz des Lehrers der Förderschule an der jeweiligen Grundschule kontinuierliche fachliche Unterstützung und Wissenstransfer erfolgen könnten, die zu einer besseren Betreuung und Förderung aller Schüler beitragen würden. Gefordert wurde aber auch im Hinblick auf die Einzelintegration an der Regelschule eine bessere Personalausstattung, intensivere Fortbildung der Grundschullehrkräfte in diesen Fragen und eine zahlenmäßige Berücksichtigung von Integrationskindern bei der Klassengröße. Kinder mit Behinderungen ohne personelle Unterstützung und in Klassen mit mehr als 25 Schülern – das sei weder leistbar noch werde es den Kindern gerecht.

Zum Thema Ganztagsschule forderte die Arbeitsgruppe eine deutlich flexiblere Handhabung der vom Kultusministerium erlassenen Regelungen. Nachdem ab dem kommenden Schuljahr eine verpflichtende Betreuungszeit bis 16 Uhr vorgeschrieben sei, würden manche Eltern ihre Kinder aus der Ganztagsschule abmelden oder erst gar nicht anmelden, da ihnen diese Zeit zu lange sei. Eine bedarfsgerechte Zeitplanung war der Wunsch der Gruppe – und die Aufhebung der Vorschrift, dass die Einrichtung von Ganztagsklassen nicht zu zusätzlichen Klassen führen dürfte. Schulrat Wolfgang Blos erläuterte den Abgeordneten, dass das in einem Flächenlandkreis fast unmöglich sei – oder zu Lasten anderer Schulen gehen müsse.

Beim Thema Übergänge stellte die Arbeitsgruppe ihr Konzept der personellen Verzahnung von Kindertagesstätte und Grundschule vor, das bei den Kindern und Eltern äußerst positiv aufgenommen werde, aber auch den Erzieherinnen und Lehrkräften neue Formen der Zusammenarbeit und vor allem verbesserte Möglichkeiten der Sprachförderung ermöglicht. Allerdings müssten hierzu auch andere Finanzierungsmöglichkeiten für das Personal der Kindertagesstätten geschaffen werden, die bei der jetzigen Berechnung eine intensive Zusammenarbeit kaum ermöglichen.

Beim Übergang von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen wünschte sich die Arbeitsgruppe eine Erweiterung der bisherigen „Einbahnstraße“, bei der zwar einzelne Grundschullehrkräfte mit einigen Stunden an Gymnasien und Realschulen unterrichten, nicht jedoch auch Gymnasial- und Realschullehrkräfte an den Grundschulen. Ein Versuch der Georg-Hartmann-Realschule Forchheim und der Adalbert-Stifter-Schule hatte im vergangenen Jahr sehr gute Erfolge gebracht und sollte auf andere schulen ausgeweitet werden.

Die Abgeordneten nahmen die Anregungen der Gruppe sehr offen auf und versprachen, diese Anliegen in ihrer Parlamentsarbeit mit einzubringen. Gleichzeitig dankten sie den Mitgliedern der Arbeitsgruppe für ihr Engagement und ihre bisherige Arbeit.