Freie Wähler starten Veranstaltungsreihe im Landkreis

Ortsumgehung, DSL und Werstoffhof: Landrat Reinhardt Glauber sucht in diesem Jahr eine weitere Form der Begegnung mit den Bürgerinnen und Bürgern. Die Freien Wähler organisieren deshalb in mehreren Gemeinden des Landkreises Bürgergespräche.

Gößweinstein Das erste Bürgergespräch fand im Gößweinsteiner Gasthof "Zum Löwen" statt. Neben dem Landrat war auch sein Sohn MdL Thorsten Glauber (Freie Wähler) gekommen. Nach der Begrüßung durch den FW-Ortsvorsitzenden Marktrat Rainer Polster, sprach zunächst MdL Thorsten Glauber über die Arbeit im Bayerischen Landtag. Sehr ausführlich und detailliert befasste sich Thorsten Glauber vor allem mit der Atompolitik. Nach seiner Aussage fordern die Freien Wähler den kompletten Ausstieg.

Erstes Thema beim Bürgergespräch mit dem Landrat war der Gößweinsteiner Wertstoffhof. Der Landrat sicherte zu, dass Gößweinstein den Wertstoffhof behalten wird. Der gegenwärtige Standort in der Nähe des neuen Naturbades stelle wohl keine abschließende Lösung dar; deshalb wird sich der Landrat schon kommende Woche mit Bürgermeister Georg Lang, der Besucher der Veranstaltung war, treffen, um über einen neuen Standort zu sprechen.

Zum Thema Ortsumgehung Gößweinstein wurden sowohl der Landtagsabgeordnete Thorsten Glauber als auch Landrat Glauber gebeten, sich bei den staatlichen Stellen einzusetzen, dass der vorgesehene Bautermin im Jahr 2025 vorgezogen wird. Entsprechende Vorgaben, zum Beispiel der Finsterweg, sind bereits geschaffen und auch Alternativvorschläge für die Bauausführung Ortsumgehung sind vorhanden.

Lob bekam der Landkreischef von den Bürgerinnen und Bürgern, dass die Kreisstraße in Richtung Etzdorf so schnell, ohne große technische Probleme im vergangenen Jahr ausgebaut wurde.

Schwieriger Radwegebau
Dagegen gestalten sich die Verhandlungen mit dem Staatlichen Straßenbauamt in Bamberg wegen eines Radweges von Muggendorf über die Sachsenmühle-Behringersmühle hin zur Grenze zum Landkreis Bayreuth bis Tüchersfeld nicht einfach. Kein Verständnis zeigt man dafür, dass die staatliche Behörde darauf dringt, dass der Radweg direkt neben der Bundesstraße 470 verlaufen muss, obwohl sich mit dem Leo-Jobst-Wanderweg eine viel schönere und bessere Lösung anböte.

Weitere Themen waren die DSL-Versorgung rund um Gößweinstein und die ärztliche Versorgung des flachen Landes. Nach über zwei Stunden konnte Versammlungsleiter Rainer Polster zusammenfassen, dass nur dann brauchbare Ergebnisse zu verzeichnen sind, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger für die kommunalen Dinge auch interessieren.

Es war aber auch klar, dass nicht alles sofort verwirklicht werden kann und dass die Schulden vergangener Jahre in Ordnung gehen, denn es wurde auch viel investiert und geschaffen, was jetzt gar nicht mehr möglich wäre. (Hans Backer)