26.06.2010



Forchheim Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens luden die Freien Wähler Forchheim zu einem Festakt in das Pfarrheim Verklärung Christi im Forchheimer Norden ein. FW-Chef Manfred Hümmer wurde mit der ranghöchsten Ehrung, der FW Bayern, der Goldenen Ehrennadel geehrt.
"Parteien sind lediglich Treffpunkte für Leute, die auf natürlichem Wege keine Freunde finden", mit diesem Zitat unbekannter Herkunft eröffnete der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Forchheim, seine mit zahlreichen politischen Spitzen gespickten Grußworte. "Dies mag für Parteien im klassischen Sinne zutreffen", für die Freien Wähler gelte das aber nicht, denn erstens sei man noch keine Partei und zweitens habe man offensichtlich viele Freunde auch außerhalb der Politik gefunden, so Hümmer einleitend.
Unter den zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, auch der neue Imam der Yunus Emre Moschee, Jusuf Aksit, dem mit Manfred Hümmer etwas besonders verbindet. Beide haben das gleiche Alter und sind am selben Tag geboren. Etwas unterscheidet die beiden dann aber doch: "Im Gegensatz zu mir haben Sie es schon zum Vorsteher Ihrer Gemeinde gebracht", so Hümmer mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Zu den Festgästen zählten an diesem Abend auch Landtagsvizepräsident Peter Meyer, sowie Landtagsabgeordneter Thorsten Glauber. Auch Oberbürgermeister Franz Stumpf folgte der Einladung der Freien Wähler und begab sich in die "Höhle der Löwen". Kurz ließ Hümmer seinen Blick über die gegenwärtige Situation der "großen und kleinen Politik". Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Parteien-, Politik- und Demokratie-Verdrossenheit. Ehrenamtliche Gemeinde- oder Stadträte müssten um angemessene Entscheidungen treffen zu können, eine Fülle von Informationen "konsumieren". Am Beispiel des "Ganzjahresbad", bei dem der Stadtrat sehr in der Kritik stand, habe sich gezeigt, dass Verwaltung und Kommunalpolitik manchmal auch an ihre Grenzen stoßen und es unumgänglich sei, Sachverstand von "außen" einzuholen. Das Schlagwort der Freien Wähler "permanenter Dialog mit dem Bürger" habe sich zum Markenzeichen entwickelt, so Hümmer: "Wir sind in Forchheim mittlerweile die Benchmark, was Bürgernähe, innovatives Denken und politischen Weitblick betrifft."
Kreisvorsitzender Peter Dorscht lobte die Arbeit bei den Freien Wählern Forchheim und brachte Manfred Hümmer einen "Donnermacher" mit, ein Gerät mit dem Geräuschermacher im Kino- und Fernsehfilm "Donnergeräusche" produzieren.
Zum Jubiläum gekommen war auch Hubert Aiwanger, Landesvorsitzender, Fraktionsführer der Freien Wähler im Bayerischen Landtag und neu gewählter Bundesvorsitzender der Freien Wähler Deutschland. "Man darf sich nicht vom Virus der Politik- und Parteiverdrossenheit anstecken lassen", forderte Aiwanger in seinen Grußworten. Geht es nach ihm, sollen die Bürger bald noch mehr Mitspracherechte bekommen. "Warum soll beispielsweise die Gesellschaft nicht über eine Abschaffung der Wehrpflicht mit entscheiden können", fragte Aiwanger kritisch. Man müsse einen "Einer für alle; alle für einen"-Politikstil praktizieren.

Neben den politischen Reden kam auch der kulturelle Teil nicht zu kurz. Tenor Lucianco Rondine und Phillipp Simon Goletz, besser bekannt als Frankensima, sorgten für kurzweilige und gelungene Unterhaltung. Für das leibliche Wohl war bei einem großen "kalt-warmen Büfett" bestens gesorgt. Neben den Ehrungen langjähriger Mitglieder, Anna Hutzler und Hans-Werner Bruch wurden für 21jährige Mitgliedschaft, Gründungsmitglied Wilhelm Ziegelmayer für 25jährige Mitgliedschaft geehrt. Manfred Hümmer wurde für sein Engagement für die Freien Wähler Forchheims mit der höchsten FW-Ehrung in Bayern, der Goldenen Ehrennadel, ausgezeichnet.

(Alexander Hitschfel/FT, 02.07.2010)