01.03.2010

Am Planspiel „Der Landtag sind wir“ nahmen auf Einladung von Thorsten Glauber, MdL und Jugendpolitischer Sprecher der Freien Wähler-Landtagsfraktion, auch 30 Schülerinnen und Schüler aus Forchheim, Ebermannstadt und Gräfenberg in München teil.

Im Rahmen des Planspiels erarbeiteten die insgesamt 150 bayerischen Schülerinnen und Schüler in Fraktions- und Ausschusssitzungen Entwürfe zu fiktiven Gesetzen. Hierbei handelte es sich zum einen um die „Durchführung von Reformen an bayerischen Schulen“ mit Inhalten wie längere gemeinsame Grundschulzeit, Abschaffung des Sitzenbleibens, usw.. „Sicherheit und Ordnung in bayerischen Innenstädten“ bildete den zweiten Gesetzesbereich, in dem es unter anderem um Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen und Datenspeicherung ging.

Bis zur Aussprache im Plenum und der anschließenden Abstimmung konnten die Schülerinnen und Schüler den Weg eines Gesetzes verfolgen und mussten dabei feststellen, dass die Meinungsfindung in den einzelnen Gremien durchaus anstrengend ist und oftmals auch Kompromisse erfordert.

Spannend für die „echten“ Abgeordneten, die das Planspiel verfolgten, war das Abstimmungsverhalten der Jugendlichen: trotz vorgegebener politischer Haltung betrieben sie Sach- und keine Parteipolitik.

Sehr angeregt verlief die anschließende Diskussion der Schülerinnen und Schüler mit den fünf Jugendpolitischen Sprechern, die von fast allen Teilnehmern als zu kurz empfunden wurde.

Nach Beendigung des offiziellen Teils der Veranstaltung setzte sich Thorsten Glauber mit seinen Gästen zusammen, um über deren Vorstellungen zur Politik der Zukunft und über aktuelle Themen zu sprechen -auch hier brachte sich die Gruppe sehr engagiert ein.

Eine der Hauptforderungen der Schülerinnen und Schüler war die „Zusammenarbeit von Regierung und Opposition, in der eine gemeinsame und vor allem für das Volk bestmögliche Lösung gefunden wird“. Folgende Themen brannten den Jugendlichen zudem unter den Nägeln: Der Ausstieg aus der Atomkraft und der Ausbau der regenerativen Energien, eine grundlegende Reform des G8 sowie ein zeitgemäßer und der Bildungsgerechtigkeit entsprechender Umbau des Schulsystems.

Das derzeitige „unglückliche Verhältnis zwischen Jugendlichen und der Politik“ (so die vorgebrachte Einschätzung) soll mit der Durchführung solcher Planspiele verbessert werden. Glauber ging in seiner Aussage noch einen Schritt weiter:

„Unsere Jugend muss sich von den Politikern ernst genommen fühlen, sie muss einbezogen werden. Das Planspiel gibt nur einen kleinen Einblick in die tägliche Arbeit eines Landtagsabgeordneten. In den Kommunen trägt die Einführung von Jugendparlamenten wesentlich dazu bei, dass sich junge Menschen politisch engagieren. Die grundsätzliche Voraussetzung ist hier allerdings, dass sich Stadt- und Gemeinderäte tatsächlich auch intensiv mit den Stellungnahmen der Jugendlichen beschäftigen.“

Siebeneinhalb Stunden politische Arbeit, Meinungsfindung und Diskussion hatte die Gruppe Mädchen und Jungs bei Antritt der Heimreise hinter sich – es waren spannende und erlebnisreiche Stunden.

(Fotos 1-12: Andreas Lenk/FW-Landtagsfraktion, alle anderen: Dr. Winter/CAP)

Zurück zur Übersicht