20.02.2012 (Fränkischer Tag)

Forchheim Bundespräsident Christian Wulff ist zurückgetreten. Im Laufe des Vormittags erreichte die Nachricht viele Menschen, aber nicht alle.
So erging es auch dem Forchheimer Stadtrat Gerhard Meixner (FGL): "Hier bei der Arbeit kriege ich das nicht mit." Als ihm die Nachricht vom Rücktritt bestätigt worden war, antwortete er: "OK, dann ist er zurückgetreten." Und keine Silbe mehr.
"Betroffen" von der gesamten Entwicklung ist CSU-Landtagsabgeordneter Eduard Nöth: "Die Situation war nicht zu halten nach dem Antrag auf Aufhebung der Immunität. Freilich hat sich Wulff ungeschickt verhalten." Wulffs Rücktrittsrede empfand er als "authentisch, anständig und beeindruckend". Nöth richtet jetzt den Blick nach vorne: "Für das Land ist es am besten nach den zwei Rücktritten, eine Persönlichkeit zu finden, die als Vorbild in die Gesellschaft hineinwirkt. "
FDP-Bundestagabgeordneter Sebastian Körber stellt die Nachfolgefrage obenan: "Ich bin optimistisch, das wir schnell einen geeigneten Kandidaten finden. Er oder sie muss die notwendige Autorität haben, um das höchste Amt im Staat auszufüllen."
Herkules-Aufgabe für Nachfolger Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Anette Kramme stellt das Amt in den Vordergrund: "Ich bin froh, dass dieses traurige Schauspiel nun endlich ein Ende hat. Der Rücktritt von Herrn Wulff hätte schon vor Wochen erfolgen sollen. Mittlerweile hat das Amt des Bundespräsidenten erheblichen Schaden genommen. Der Nachfolger oder die Nachfolgerin haben nun die Herkules-Aufgabe, das Vertrauen in das Amt wieder herzustellen. Wir brauchen jetzt einen Kandidaten, der von allen akzeptiert werden kann.&
FW-Landtagsabgeordneter Thorsten Glauber war Mitglied der Bundesversammlung. Wulff sieht er als Menschen mit hohen Maßstäben an andere. "Die nötige Sensibilität dafür hat er zuletzt im Amt vermissen lassen. Der Nachfolger sollte überparteilich sein, vielleicht jemand aus einer Nicht-Regierungsorganisation. "
Für CSU-Bundestagsabgeordneten Hartmut Koschyk war der Schritt unvermeidlich. "Staatsanwaltliche Ermittlungen und Wulff im Amt wären ein untragbarer Zustand." Allerdings meint er auch: "In einigen Monaten werden wir anders darüber denken." (Pauline Lindner)

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