28.01.2012 (Fränkischer Tag)
Im Verlauf der Diskussion über die Zukunft des Hofer Flughafens kristallisiert sich immer mehr heraus, dass der Betrieb wohl weiter gehen wird. Weil, so Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), der Linienbetrieb in Hof nur 12 Prozent des gesamten Flugvolumens ausmache. Die Geschäftsflieger überwiegen deutlich. Inwieweit der Linienflugbetrieb in Hof noch einmal aufgenommen wird, war dagegen auch gestern völlig offen.
Der Wunsch aus Reihen der Nürnberger CSU - dort plädierte man dafür, die Subventionsmillionen für Hof künftig in Nürnberg einzusetzen dürfte sich ebenfalls nicht erfüllen. Der Fraktionschef der FDP im Landtag, Thomas Hacker (Bayreuth), hatte schnell deutlich gemacht, dass die von seiner Fraktion an sich ungeliebten Subventionen wenn schon, dann in Oberfranken bleiben müssten. Sollte es keine vernünftige Lösung für einen Weiterbetrieb des Linienflugbetriebs durch die Cirrus_Airlines geben, sollen die frei werdenden Mittel nach FDP-Vorstellung für Verkehrsinfrastrukturprojekte in Oberfranken eingesetzt werden. Das sei man den Menschen und dem Erhalt von Arbeitsplätzen vor Ort schuldig, so Hacker.
Die Grünen sind nach wie vor heftigster Gegner des Hofer Flughafenprojekts. Die parlamentarische Geschäftsführerin Ulrike Gote forderte nach der Cirrus-Pleite endlich ein Umsteuern. Der Linienflugverkehr am Flughafen Hof sei seit Jahren für die öffentliche Hand ein Millionengrab, so Gote. "Tatsache ist, dass der Freistaat seit 1996 knapp 20 Millionen Euro allein für den Betrieb der Linienflüge nach Oberfranken gepumpt hat," beklagt die Abgeordnete. Damit müsse endlich Schluss sein.
Am Flughafen festhalten wollen nach wie vor die Freien Wähler. Deren verkehrspolitischer Sprecher Thorsten Glauber spricht von einer wichtigen Infrastruktureinrichtung für Ost-Oberfranken. Sein Kollege Peter Meyer aus dem oberfränkischen Hummeltal räumt allerdings ein, dass eine Förderung der Fluglinie wenig sinnvoll erscheint. (Klaus Angerstein München/Nürnberg/Hof)





