09.10.2019
Flächensparforum

Das neue staatliche Gütesiegel "Flächenbewusste Kommune" soll einen zusätzlichen Anreiz dazu bieten, den Flächenverbrauch in Bayern weiter zu reduzieren. Das betonten Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber und Bayerns Bauminister Dr. Hans Reichhart heute bei der Übergabe von staatlichen Gütesiegeln an vier Preisträger. Glauber: "Boden ist nicht vermehrbar. Wir wollen den Flächenverbrauch im Freistaat deutlich und dauerhaft senken. Der Koalitionsvertrag gibt ein klares Ziel vor: Fünf Hektar pro Tag. Wir setzen dabei auf eine enge Partnerschaft mit den Kommunen. Die Kommunen sollen auch weiterhin selbst über ihre Entwicklung entscheiden können. Baulücken und Brachflächen im Ort sind der Schlüssel zum Flächensparen. Die ausgezeichneten Kommunen zeigen mit tollen Konzepten und besonderem Engagement, wie wir gemeinsam erfolgreich Flächen sparen können." Für Bauminister Reichhart ist Flächensparen mehr als eine Richtgröße oder starre Zahl: "Flächensparen bedeutet die Schöpfung, unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren. Mit unseren Förderinitiativen 'Innen statt Außen' und 'Flächenentsiegelung' setzen wir bei den Gemeinden spürbare Impulse, ihre Innenentwicklungspotentiale zu nutzen und so den Flächenverbrauch zu reduzieren. Hierfür stellen wir jährlich 100 Millionen Euro bereit. Und unsere Programme zeigen auch Wirkung: Drei von vier Preisträgern heute sind in der Städtebauförderung aktiv! Mit dem neuen Gütesiegel bauen wir darauf auf und schaffen zusätzliche Anreize, um noch mehr Kommunen für das Flächensparen zu gewinnen."

Die Preisverleihung fand im Rahmen des 7. Bayerischen Flächenspar-Forums in Regensburg statt. Preisträger sind:

  • Gemeinde Litzendorf (Oberfranken)
  • Gemeinde Schleching (Oberbayern)
  • Stadt Waldsassen (Oberpfalz)
  • Allianz Hofheimer Land (Unterfranken), bestehend aus insgesamt sieben Kommunen: Stadt Hofheim i. UFr., Aidhausen, Bundorf, Burgpreppach, Emershausen, Maroldsweisach und Riedbach.

Mit dem neuen staatlichen Gütesiegel "Flächenbewusste Kommune" werden vorbildliche Kommunen ausgezeichnet. Voraussetzung für die Verleihung des Gütesiegels ist das Vorhandensein eines aktiven Flächenmanagements sowie die Umsetzung von innovativen Ansätzen und Maßnahmen zur Reduzierung des Flächenverbrauchs. Dazu zählen beispielsweise der Ankauf von innerörtlichen Grundstücken, die Rücknahme von Bauflächen, die Renaturierung und Aufwertung von Ortskernen sowie weitere Maßnahmen zur Umsetzung des Grundsatzes Innen- vor Außenentwicklung. Auch kommunale Grundstücks- und Leerstandsbörsen mit kostenlosen Sanierungsberatungen sind ein gutes Instrument zum Flächensparen. Ein bewährtes Hilfsmittel für Kommunen zur Erfassung, Bewertung und Aktivierung von innerörtlichen Flächen ist die Flächenmanagement-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. Mit der Datenbank unterstützt der Freistaat Kommunen dabei, ungenutzte Flächen wieder zu bewirtschaften. Regelmäßig wird sie auch im Rahmen der Dorferneuerung und integrierten ländlichen Entwicklung eingesetzt.

Der aktuelle Flächenverbrauch in Bayern liegt aktuell bei 11,7 Hektar pro Tag. Erfasst werden dabei Siedlungs- und Verkehrsflächen. Nur rund 50 Prozent davon sind tatsächlich versiegelt.

Nähere Informationen auch zum Bündnis für Flächensparen, das mittlerweile 55 Bündnispartner umfasst, unter:

www.flaechensparen.bayern.de.

(Quelle: StMUV)

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