05.07.2019
Gebietsbetreuer und "Tölzer Moorachse" bringen Moorschutz voran

Der Bayerische Naturschutzfonds fördert die Betreuung von ökologisch sensiblen Gebieten in Bayern durch Gebietsbetreuer. Die Betreuung ist ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Entwicklung der Natur und trägt zur Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie bei. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat heute das renaturierte Moorgebiet Eglinger Filz besichtigt und den Gebietsbetreuern für ihre Arbeit gedankt: "Naturschutz funktioniert nur miteinander. Gebietsbetreuer leisten hervorragende Arbeit für die Natur und für die Menschen. Sie kümmern sich um Naturschutz, Artenvielfalt und Landschaftsschutz vor Ort. Gebietsbetreuer sind gleichzeitig wichtige Akteure im Bereich Umweltbildung, Besucherlenkung und Konfliktmanagement. Die 'Tölzer Moorachse' ist dafür ein vorbildliches Beispiel: Hier haben sich Verbände und Behörden zusammengeschlossen und gemeinsam mit Gebietsbetreuern die Renaturierung des Moorgebiets Eglinger Filz mit großem Erfolg vorangebracht. Moorschutz ist Klimaschutz. Im Eglinger Filz wird er mustergültig und gemeinschaftlich umgesetzt." Die Förderung der Gebietsbetreuung ist ein bayerisches Erfolgsmodell des kooperativen Naturschutzes vor Ort. Die Gebietsbetreuung wurde im Juni 2017 als "Projekt der UN-Dekade biologische Vielfalt" ausgezeichnet. Die Fördersumme für die Gebietsbetreuung in Bayern beträgt für den Zeitraum von drei Jahren insgesamt rund 7 Millionen Euro.

 

Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen haben Naturschutzverbände, das Zentrum für Umwelt und Kultur, die Bayerische Naturschutzverwaltung und der Bayerische Bauernverband die "Tölzer Moorachse" gegründet, um die Renaturierung der entwässerten Moorflächen entlang von Isar und Loisach voranzutreiben. In den vergangenen 25 Jahren wurden im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen in 20 Hochmooren auf rund 250 Hektar Wiedervernässungsmaßnahmen geplant und umgesetzt.

 

Seit 2008 wurden in Bayern auf insgesamt etwa 1.500 Hektar Moorfläche Maßnahmen zur Renaturierung durchgeführt. Dafür wurden in die Renaturierung von Mooren und die Begleituntersuchungen über 17 Millionen Euro investiert. Moore entziehen der Atmosphäre weltweit jedes Jahr 150 bis 250 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Bei entwässerten Mooren werden dagegen große Mengen Treibhausgase durch die Torfzersetzung freigesetzt. Bayern zählt zu den moorreichsten Ländern Deutschlands. Die Moore Bayerns nehmen zusammengefasst rund 220.000 Hektar ein. Die Wiedervernässung von Mooren ist dabei ein wichtiger Baustein im Klimaschutzprogramm Bayern 2050. Seit 2008 wurde durch die Maßnahmen in Bayern ein positiver Klimaeffekt von etwa 70.000 Tonnen Kohlendioxid erreicht. Zugleich werden einzigartige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten erhalten.

 

Weitere Informationen unter https://www.lfu.bayern.de/natur/moore/index.htm bzw. www.gebietsbetreuer.bayern

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