06.12.2022
Glauber zur Entwicklung der Franken-Sachsen-Magistrale

Forchheim. Seit Längerem wird über die Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale auf Länder- und Bundesebene diskutiert. Dass diese zwingend notwendig und geplant ist, zeigt die gemeinsame Initiative von Mandatsträgern aus Oberpfalz und Oberfranken. Sie fordern seit Monaten vom Freistaat und vom Bund, den länderübergreifenden Schienenverkehr weiter auszubauen. Der Bund hatte sich jedoch nach ersten Planungen wegen zu geringer Wirtschaftlichkeit gegen einen weiteren Ausbau entschieden. Neben der Elektrifizierung gibt es eine weitere Herausforderung: die integrierte Neigetechnik der Fahrzeuge. Diese ermöglicht seit Jahrzehnten, dass die kurvenreichen Strecken in Nordostbayern mit regulärer Geschwindigkeit befahren werden können. Die Verkehrsverträge für den Expressverkehr Nordostbayern laufen 2030 aus. Ohne Neigetechnik würde sich die Reisezeit teilweise deutlich verlängern, beispielsweise um 16 Minuten (24% Erhöhung) zwischen Nürnberg und Weiden. Bereits vergleichsweise geringe Fahrzeitverlängerungen von fünf bis zehn Minuten führen häufig zu Anschlussverlusten.

„Die Franken-Sachen-Magistrale ist ein wichtiger Eckpfeiler des Schienenverkehrs in der Region. Zum einen ist die Elektrifizierung dringend notwendig und wird gefordert. Dieser Prozess dauert allerdings noch an, weshalb es zum anderen vorrangig unser Ziel ist, das Auslaufen der Neigetechnik in den Zügen zu verhindern, um weiterhin schnelle Reisezeiten zu ermöglichen“, so Staatsminister Thorsten Glauber.

Deutschlandweit gibt es mit dem nicht barrierefreien Dieseltriebwagen der Baureihe VT 612 derzeit nur einen Neigetechnik-Fahrzeugtyp für den SPNV. Zugleich können diese nicht mehr nachgebaut werden, da sie in vielen Punkten nicht mehr die heutigen Zulassungsnormen erfüllen. Eine vielversprechende Option sind barrierefreie Neigetechnik-Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb. Nur mit Neigetechnik kann ein gutes Angebot mit kurzen Fahrzeiten und Umsteigezeiten ermöglicht werden. Mit der Einführung der neuen Neigezugtechnik soll sukzessive durch Zulauf der Neufahrzeuge innerhalb von drei bis fünf Jahren begonnen werden. „Es freut mich sehr, dass wir mit dem aktuellen Beschlussvorschlag den Weg für eine zukunftsweisende Franken-Sachsen-Magistrale geebnet haben, um nach dem Auslaufen der Verkehrsverträge 2030 weiterhin den Menschen ein gutes Angebot im Schienenverkehr bieten zu können“, so Glauber weiter.

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